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Fragen

Fragen und Antworten

Hier finden Sie die Fragen, die sich fast jeder stellt, der zum ersten Mal eine Familienkiste voller Papiere öffnet: Wohin mit alldem, wie macht man Kopien, was fragt man die Verwandten, und darf man die Funde anderen zeigen? Die Antworten sind kurz und allgemein. Alte Dinge sind sehr unterschiedlich – gehen Sie mit besonders wertvollen Originalen deshalb vorsichtig und ohne Eile um.

Eine gute Frage an ältere Verwandte lautet nicht „Wie hieß der Urgroßvater?“, sondern „Erzählen Sie, wie Sie als Kind Silvester gefeiert haben.“ Die Namen kommen beim Erzählen von selbst.

— Am Rande

Aufbewahrung

Wo bewahrt man alte Fotos am besten auf?

In einem Wohnraum, im Dunkeln und fern von Heizkörpern, Fenstern und Außenwänden. Keller, Balkon, Dachboden und eine Abstellkammer neben dem Bad sind ungeeignet: Dort schwanken Temperatur und Luftfeuchtigkeit stark, und gerade diese Schwankungen schaden Papier und Fotos am meisten.

Sollte ich die Fotos aus einem alten Album herausnehmen?

Nicht unbedingt. Ist das Album intakt und bröseln die Seiten nicht, bleiben die Abzüge am besten, wo sie sind: Auch die Reihenfolge, die der Zusammensteller gewählt hat, ist Teil der Geschichte. Herausnehmen sollten Sie nur, was mit Klebeband befestigt ist, das dem Foto schadet – und nur, wenn sich der Abzug mühelos löst.

Was mache ich mit Büroklammern, Heftzwecken und Gummibändern?

Entfernen Sie sie vorsichtig: Metall rostet mit der Zeit und hinterlässt Flecken, Gummibänder werden spröde und kleben am Papier fest. Verwenden Sie stattdessen Papierumschläge, Mappen oder saubere Blätter zwischen den Dokumenten.

Darf ich gefaltete Briefe glätten?

Ist das Papier noch biegsam, können Sie den Brief vorsichtig entfalten und flach in einer Mappe aufbewahren. Bricht das Blatt an den Falzen oder bröselt es, lassen Sie es, wie es ist, und greifen Sie nicht zum Bügeleisen: Lieber den Brief gefaltet fotografieren, als ihn zu zerreißen.

Digitalisieren

Was ist besser: Scanner oder Handy?

Ein Scanner liefert gleichmäßiges Licht und verzerrt die Form des Abzugs nicht, deshalb ist er für einzelne Fotos und Dokumente praktischer. Das Handy hilft, wenn die Bilder ins Album eingeklebt sind oder schlicht kein Scanner da ist. In beiden Fällen kommt es auf sauberes Glas oder Objektiv, gleichmäßiges Licht und fehlende Spiegelungen an.

Wenn alles digitalisiert ist, kann ich die Originale dann wegwerfen?

Nein. Eine digitale Kopie hängt von Datenträgern ab und davon, ob die Dateien selbst erhalten bleiben, während ein Original bei sorgsamer Aufbewahrung Jahrzehnte überdauert. Außerdem bewahrt Papier, was eine Kopie nur unvollständig wiedergibt: Handschrift, Stempel, eingedrückte Schrift.

Wie benenne ich Dateien, damit ich sie später wiederfinde?

Legen Sie eine Regel fest und halten Sie sie im gesamten Archiv ein: etwa ungefähres Datum, Nachname und ein paar Worte zum Motiv. Lassen Sie nicht die Namen stehen, die die Kamera vergibt – daraus geht nicht hervor, was auf dem Bild ist. Die Rückseite benennen Sie wie die Vorderseite, mit einem Zusatz.

Wie viele Kopien brauche ich?

Mindestens zwei, auf verschiedenen Datenträgern und an verschiedenen Orten. Gut ist es, wenn eine davon außer Haus liegt, zum Beispiel bei Verwandten. Öffnen Sie die Kopien einmal pro Jahreszeit und prüfen Sie, ob die Dateien lesbar sind; wenn Sie ein Gerät austauschen, übertragen Sie das Archiv sofort.

Stammbaum und Privatsphäre

Wie fange ich einen Stammbaum an?

Mit sich selbst, Ihren Eltern und deren Geschwistern, dann mit den Großeltern. Schreiben Sie auf, was Sie sicher wissen, und fragen Sie anschließend Ihre Verwandten: vollständige Namen, ungefähre Daten, Wohnorte, Berufe. Vermerken Sie bei jeder Angabe, von wem sie stammt.

Wie kennzeichne ich unsichere Daten und Namen?

Notieren Sie die Angaben so, wie sie sind, und setzen Sie einen Vermerk daneben: „ungefähr“, „laut Tante“, „noch prüfen“. Nennen zwei Verwandte Unterschiedliches, schreiben Sie beide Varianten auf und halten Sie fest, wer was gesagt hat. Solche Vermerke verderben den Stammbaum nicht, sie machen ihn ehrlich.

Kann ich mich an staatliche Archive wenden?

Ja, Archive nehmen Anfragen von Bürgern entgegen. In Russland regelt ihre Arbeit das Föderale Gesetz Nr. 125-FZ vom 22. Oktober 2004 „Über das Archivwesen in der Russischen Föderation“; andere Länder haben dafür eigene Regeln. Tragen Sie vor der Anfrage alles Bekannte zusammen: vollständiger Name, ungefähre Jahre und Wohnort der Person. Ablauf und Bedingungen erfragen Sie beim jeweiligen Archiv.

Darf ich den Stammbaum öffentlich zugänglich machen?

Angaben über verstorbene Vorfahren werden in der Regel unbedenklich gezeigt, über lebende Personen nur mit deren Einverständnis. In Russland regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten das Föderale Gesetz Nr. 152-FZ vom 27. Juli 2006 „Über personenbezogene Daten“; in der EU gilt dafür die DSGVO. Eine einfache Regel: Namen, Geburtsdaten, Adressen und Fotos lebender Verwandter bleiben in der Familienversion des Stammbaums, für die Öffentlichkeit erstellen Sie eine gekürzte Fassung.

  • Anleitungen

    Schritt für Schritt ein Familienfotoalbum selbst digitalisieren. Dazu der Katalog unserer Beiträge.

  • Glossar

    Glossar des Familienarchivs: säurefreies Papier, Sicherungskopie, Metadaten, Generation, Kirchenbuch.

  • Lesepfade

    Lesepfade: ein Wochenende mit Omas Album, Briefe und Postkarten, ein Stammbaum für das Familienfest.

Quellen

  • Allgemeine Empfehlungen zur Aufbewahrung von Fotos und Papieren
  • Föderales Gesetz Nr. 125-FZ „Über das Archivwesen in der Russischen Föderation“ (Russland)
  • Föderales Gesetz Nr. 152-FZ „Über personenbezogene Daten“ (Russland)

Die Angaben entsprechen dem Stand der Seite. Alte Fotos und Papiere sind sehr unterschiedlich – gehen Sie mit empfindlichen und besonders wertvollen Originalen deshalb langsam und vorsichtig um, und lassen Sie sie im Zweifel lieber unberührt.